Artisanum
Homöopathie
Was ist Homöopathie?
Homöopathie ist eine ganzheitliche Therapie, die auf über 200-jähriger Erfahrung und Forschung beruht, also ihre Basis auf empirisch verifiziertem soliden Wissen hat. Sie ist eine medizinische Heilmethode, die durch feinste Reize ihrer Arzneien auf Geist, Seele und Körper des Menschen wirkt und so seine Selbstheilungskraft – die Lebenskraft – aktiviert. Gerät ein Mensch in einen geistigen, seelischen oder auch körperlichen Stress, wird diese Lebenskraft gestört: Er wird krank. Seine Heilung wird durch das Arzneimittel herbeigeführt, das dem ganz individuellen Zustand des Menschen am ähnlichsten ist, da es beim gesunden Menschen diesen Zustand auszulösen in der Lage ist (homoion pathos = ähnliches Leiden): Das Arzneimittel wirkt so auf die feinstofflichen Kräfte des Lebens. Die Kunst der Homöopathie besteht darin, dieses richtige Mittel, die dem Zustand ähnlichste Arznei zu finden.
Die Kenntnis über die spezifische Wirkung einer jeden Arznei wird in der Homöopathie durch Prüfungen am gesunden Menschen erlangt. Jedes Mittel ist in der Lage, einen ganz speziellen Zustand, eine künstliche Krankheit beim Prüfer hervorzurufen, wovon sich jeder leicht überzeugen kann, der an einer solchen Prüfung teilnimmt. Nicht der medizinische Name einer Krankheit, eine klinische Diagnose bestimmt die Wahl der Arznei, sondern die ganz individuellen eigenen Merkmale und Symptome eines Menschen, so dass zwei Personen mit der Diagnose Diabetes zwei völlig verschiedene Arzneien erhalten können. Die Arzneien wirken dabei sehr sanft, da sie in hohen Potenzen verabreicht werden: Nach der Verreibung der Ursubstanz mit Milchzucker wird durch Verdünnung und Verschütteln die Arznei aktiviert und auf Milchzuckerkügelchen, die bekannten Globuli, oder Alkoholtropfen übertragen. So wird sichergestellt, dass die Substanzen, die den Arzneien zugrunde liegen, keinerlei Nebenwirkungen entfalten können. Die Wirkung der Arzneien darf jedoch trotz des Fehlens jeglicher Stofflichkeit (ab C12 bzw. D23) nicht unterschätzt werden. Gerade Hochpotenzen greifen tief und nachhaltig in das geistige, seelische und körperliche Geschehen ein – nur ohne Nebenwirkungen und die Gefahr der Gewöhnung! Die zentrale Steuerung der Patientin/des Patients reagiert lediglich auf den Reiz der Arznei und reguliert bestehende Störungen – letztlich heilen wir uns also mit Hilfe des passenden Arzneireizes selbst.
1796 wurde die Homöopathie vom deutschen Arzt, Pharmakologen und Chemiker Samuel Hahnemann infolge eines Selbstversuchs mit Chinarinde entdeckt. Hahnemann hatte sich von den damals üblichen drastischen Methoden, wie Schröpfen, Aderlass, Brech- und Schwitzkuren usw. abgewandt, weil sie den Menschen mehr schadeten als halfen und den Arztberuf aufgegeben. Hahnemann beherrschte mehrere Sprachen und konnte so seine Familie mit insgesamt elf Kindern durch das Übersetzen von medizinischer, pharmakologischer und chemischer Fachliteratur ernähren. Als er dabei auf eine ihm abenteuerlich erscheinende Behauptung stieß, warum Chinarinde ein gutes Heilmittel gegen Malaria sei, entschloss er sich zum Selbstversuch und erlebte nach der Einnahme der Chinarinde hohes Fieber mit allen Begleiterscheinungen der Malaria. Nach Absetzen der Chinarinde verschwand „die Krankheit“ wieder. Daraus schloss er, dass Chinarinde die Malaria heilen kann, weil sie beim Gesunden deren Bild hervorruft. Der Schlüssel zur Heilung ist demnach das Ähnlichkeitsprinzip. Hahnemann prüfte in der Folgezeit noch viele weitere Substanzen (bis zu seinem Lebensende ca. 140), verdünnte und verschüttelte diese (Potenzierung), um sowohl unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden als auch die Heilwirkung zu verstärken. Seine Schüler entwickelten das Verfahren weiter, so dass bis zum heutigen Tage 4000-5000 homöopathisch erschlossene Arzneien durch Prüfung am Gesunden zur Verfügung stehen. Ihre Symptome, wie körperliche Beschwerden, Schmerzen, Empfindungen, Stimmungen, Gefühle, Träume, Abneigungen, Verlangen etc. werden bis ins Detail in der Materia medica aufgezeichnet und führen zum für die Patientin/ den Patienten passenden Heilmittel.
So reicht das Spektrum der Homöopathie von akuten bis zu chronischen Krankheiten, von der Geburt über Wachstums- und Pubertätsbeschwerden und –störungen, Schwangerschaft, Stillzeit, Wechseljahre, psychischen Auffälligkeiten und Erkrankungen bis zur Begleitung im Sterbeprozess. Ihre Grenzen liegen dort, wo akutlebensbedrohliche Zustände, also Notfälle vorliegen und wenn chirurgische Intervention notwendig ist.

